Paparazzi-Fotoausstellung: Ruhm ist ein ganz besonderer Saft
Paparazzi-Fotoausstellung: Ruhm ist ein ganz besonderer Saft - Kunst - Feuilleton - FAZ.NET:
"In William Wylers „Ein Herz und eine Krone“, 1953, fahren Audrey Hepburn und Gregory Peck, die entsprungene Prinzessin und der junge Agenturreporter, auf einer Vespa durch Rom. Pecks Freund Eddie Albert folgt ihnen im Wagen, den Finger am Auslöser seiner Leica. Als die Fotos fertig sind, lässt er sich von Peck überreden, die Prinzessin zu schonen. Die beiden Profis überreichen ihrem Opfer die Aufnahmen bei einer Audienz im Palast - so einfach ist das im Film.
Auch der Name Paparazzo kommt aus dem Kino. Walter Santesso heißt so, einer der Fotografen auf der Via Veneto, mit denen Marcello Mastroianni in Fellinis „La dolce vita“ das römische Nachtleben unsicher macht. Fellini hatte den Namen in einem Reiseführer gelesen und suchte nach einer Figur, auf die er passte. Ihr Vorbild in der Wirklichkeit war der Bildreporter Tazio Secchiaroli, der sich Ende der fünfziger Jahre auf Prominentenfotos spezialisierte. Secchiaroli hatte mit Sozialreportagen angefangen und übertrug deren Formprinzip auf die High Society. Er erfand die Überfallfotografie, die Rache des Mediums an denen, die es für sich arbeiten ließen. Bald hatte er mehr Feinde als Abnehmer. Nachdem ihn „La dolce vita“ unsterblich gemacht hatte, gab er die Jagd auf und arbeitete lieber für Fellini. 1963 machte ihn Sophia Loren zu ihrem Leibfotografen. Den Rest seines Arbeitslebens verbrachte er damit, ihre Schönheit zu feiern. ..."
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